Michael Kohlhaas

Damit hat der ehrbare Pferdehändler Michael Kohlhaas nicht gerechnet. Auf seinem Weg nach Sachsen, um zwei seiner Reitpferde zu verkaufen, wird er von Junker Wenzel von Tronka aufgehalten, der ihn ohne Passierschein nicht weiterziehen lassen will. Kohlhaas lässt daraufhin seinen Knecht und seine Pferde beim Junker und macht sich auf den Weg nach Dresden, wo er aber erfährt, dass so ein Schein gar nicht erforderlich ist. Zurückgekehrt muss er feststellen, dass sein Knecht misshandelt und vertrieben wurde und seine Tiere durch Feldarbeit und Vernachlässigung völlig wertlos geworden sind. Kohlhaas fordert Entschädigung, scheitert aber immer wieder an der korrupten Justiz, so dass er schließlich einen mörderischen Rachefeldzug beginnt. Schnell wird er zum meistgesuchten Terroristen seiner Zeit, denn der Grat zwischen berechtigter Empörung und skrupelloser Selbstjustiz ist schmal.

Die Erzählung von Heinrich von Kleist fragt nach dem Verhältnis von Recht und Unrecht, Macht und Ohnmacht in einem Gesellschaftsgefüge, das dem Besitzenden Einfluss in allen Belangen gewährt.

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