Horváth, Bradbury, Shakespeare, Reza, Molière und Dürrenmatt

Schweigen oder aufbegehren? In „Jugend ohne Gott“ (30.09.) muss ein Lehrer im Deutschland der 1930er Jahre seine ihm fremd gewordenen Schüler, die sich offenbar problemlos mit dem neuen Systems arrangiert haben, unter Verleugnung seiner eigenen humanistischen Ideale „moralisch zum Krieg“ erziehen. Nicht weniger totalitär geht es auch in der Zukunft vor, denn in „Fahrenheit 451“ (09.12.) wird die Feuerwehr schon lange nicht mehr zum Löschen von Bränden eingesetzt. Stattdessen ist sie es, die Feuer legt, als Vollstreckerin des politischen Systems, das Kunst für Gewalt und Wissen für Gefahr hält, und so brennen in der Glut ihrer Flammenwerfer die letzten Zeugnisse der Vergangenheit aus Papier, die Bücher!

Und „Hamlet“ (09.01.) treibt die Frage nach Sein oder Nichtsein um. Beschworen vom Geist seines Vaters Rache zu nehmen, Rache an Claudius, dem neuen König und Brudermörder, zögert er zwar kurz, aber letztendlich kann nicht einmal Hamlets Liebe zu Ophelia das Verhängnis noch aufhalten.

Ist das Kunst oder kann das weg? Dass sich über Kunst vortrefflich streiten lässt, zelebrieren am 11.02. in ganz unnachahmlicher Weise Heinrich Schafmeister, Leonard Lansink und Luc Feit in Yasmina Rezas Komödie „Kunst“.

Seinen Ruf als „Der Menschenfeind“ (10.03.) hat sich Alceste durch seine kompromisslose Aufrichtigkeit erworben, selbst Diplomatie lehnt er ebenso rigoros ab, wie höfische Konventionen. Auch seine Liebe zu Célimène, strahlender Mittelpunkt der vom ihm so verhassten Gesellschaft, ändert daran nichts, führt nur zu weiteren Enttäuschungen. Und wie geht wohl am 23.04. „Der Besuch der alten Dame“ zu Ende? Claire Zachanassian ist sich sicher, dass Geld die Welt regiert und Ethik, Moral und Gewissen zweitrangig werden, wenn der pekuniäre Anreiz nur hoch genug ist.

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