Sehr geehrte Damen und Herren,
liebes Publikum,

Der Blick in den Spiegel gehört zu unser aller Alltag. Meist steht er schon am Tagesbeginn, und die saloppe Redensart: „Kenn ich nicht, wasch ich nicht“ lässt uns lachend eingestehen, was wir alle nur zu genau wissen: Der Spiegel lügt nicht. Er reflektiert, was ist, er macht uns nichts vor, er entlarvt. Gleichzeitig kann er uns – wie auch den Darstellern auf dem Theater – im Falle der Verstellung, der Maskerade zur Überprüfung des Bildes dienen, das andere von uns bekommen sollen.

Dass der Spiegel von alters her nicht nur als Symbol der Eitelkeit gilt, sondern auch als Symbol der (Selbst-)Erkenntnis, hängt wohl mit der irritierenden Tatsache zusammen, dass wir uns im Spiegel seitenverkehrt, also quasi aus einem anderen Blickwinkel sehen und dass wir um uns herum Dinge erkennen können, die hinter uns sind.

Shakespeares Hamlet sagt über die Schauspieler, sie seien „der Spiegel und die abgekürzte Chronik des Zeitalters“. Wir möchten Sie einladen, auch in der Spielzeit 2019/2020 zusammen mit Schauspielern, Sängern und Tänzern die lustvolle Auseinandersetzung mit dem Heute, mit aktuellen gesellschaftlichen Themen zu wagen.

Lewis Carroll‘s Alice verschafft der Spiegel Zutritt zum Wunderland. Wagen auch Sie den Schritt und freuen Sie sich auf Entdeckungen und Wiederentdeckungen in der neuen Theatersaison.

Willkommen, bienvenue, welcome! Im Namen des gesamten Teams,

Ihre
Ulrike Schanko